Altersdiskriminierung
Neulich in sueddeutsche.de:
↗“Hilmar Klute fragt sich, wieso zunehmend mehr alte Menschen so gern in der Öffentlichkeit darüber reden, dass sie immer noch aufregenden Sex haben. Er würde lieber ungestört einen Roman von Victor Hugo lesen”
Aber der damals 40 jährige Autor geht im Verlauf seines Elaborats, leider ohne richtig erkennbaren polemisch satirischen Witz, weiter:
Man kann es doch auch einfach lassen, nicht wahr? Man kann doch auch sagen, ich bin jetzt über 70, habe ein schönes Leben mit erotischen Höhen und Tiefen geführt und mache jetzt ganz was anderes.
Jugend ade?
Ach hätte er es nur sein gelassen, das Schreiben. Seine Entscheidung, auf den Alterssex zu verzichten und es beim Lesen von Victor Hugo zu belassen, interessiert eigentlich niemanden. Und was er mit über 70 mal machen möchte außer schön Leben. Das muß er geahnt haben, wenn er schon eine Studie “50 plus” von Dieter Otten erwähnt, nach welcher rund 70 Prozent der zwischen 50 und 70 jährigen “regelmäßigen und durchaus variantenreichen Sex” praktizieren sollen.
Altersphobie
Und so mischt er, wenn auch reichlich verschämt (”vergleichbaren Regionen”), ein paar Aufwecker wie Viagra, Prostata, Feuchtgebiete und, wieder reichlich veschämt (”mit Pflastersteinen”), “gefüllte Kondome” unter, um seine verklemmten Tabuisierungwünsche und Altersphobien (”Bitte nehmen Sie Abstand davon, Ihre intimen Erlebnisse überall rumzuerzählen”) zu veröffentlichen und zuletzt den “Ausschluss der Öffentlichkeit” zu fordern.