Festplatten richtig löschen

Festplatten richtig löschen, unter der Überschrift findet sich manch moderner Mythos. Extra Tools bieten fünfunddreißigfaches Überschreiben. In Internet-Foren wird überlegt, ob, und wenn ja, welche Magnete stark genug sind, um alle Daten zu vernichten.

Mythos Wiederherstellung

Mit Grauen erinnere ich mich noch an die Vorschläge eines Bekannten zur vermeintlich sicheren Datenlöschung. Er wollte mir damals, es war zur Zeit der 286er CPUs mit 8 MHz, unbedingt irgendwelche Daten auf den PC kopieren und zeigen. Dann sorgte er sich aber um die Wiederherstellbarkeit nach dem Löschen mittels “undelete” und Ähnlichem. Seine Abhilfe sollte dann gleich die vollständige Formatierung der Festplatte sein. Ich konnte ihn schließlich überzeugen, dass ein Überkopieren anderer Daten den Zweck besser erfüllt als den ordentlich laufenden PC komplett neu aufzusetzen, und habe danach wohlweislich ähnliche Situationen vermieden.

Einfaches Überschreiben der Daten

Immerhin ist solch ein einfaches Überschreiben der Daten auch bei heutigen Systemen vollkommen ausreichend und sicherer als eine einfache Neuformatierung. So ging es zuletzt nach einer Meldung auf heise.de auch als dpa-Artikel durch die Fachpresse. Zwar mag noch vorstellbar sein, dass als defekt markierte Bereiche nicht überschrieben werden, aber das eigentliche Risiko ist wohl eher eine defekte Platte, die scheinbar gar nicht mehr angesprochen werden kann.

Risiko Plattendefekt

Ein Defekt, das kann auch ein besonderes Problem bei externen Backup-Platten sein. Hier kann ich mir schon vorstellen, dass im Servicefall ein Austauschgerät zurückkommt, während die eingebaute Festplatte, selbst noch lauffähig, mit dem Vermerk “refurbished” später irgendwo anders wieder auftaucht. Und dann zu guter Letzt den nächsten Käufer mit den Fotos vom letzten Urlaub erfreut.

Garantieverlust?

Die Hersteller haben meist kleine Garantie-Siegel aufgeklebt. Bei mancher externer USB-Festplatte mag sich der Eindruck aufdrängen, der Hersteller möchte mit dem Siegel besonders Typ oder Herstellungjahr und die OEM-Eigenschaft der Platte geheimhalten. Aber diese externen Platten können vielleicht nicht so gut wie ein PC als modulares System aufgefasst werden. Dann wäre ein Aufschrauben unter Verletzung des Siegels, um die Platte direkt am Board zu betreiben und sensible Daten vor der Garantieabwicklung zu überschreiben, womöglich auch nicht der ideale Weg.