“Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles”
Der Goldpreis steigt weiter. Sicher hat das auch mit der derzeit steigenden Geldmenge zu tun. Ob die Wahl dieser Anlageform überwiegend als Angst vor Inflation interpretiert werden sollte? Oder ist es einfach auch die Notwendigkeit, das viele Geld überhaupt irgendwo unterzubringen. Besonders wenn gerade der DAX heute auf fast 4000 Punkte gefallen ist. Dazu womöglich noch die Sorge vor Verstaatlichungen und weiteren Problemfällen im Banken- und Finanzsektor.
Wobei es an den Börsen ja um etwas ganz anderes geht, als um den volkswirtschaftlichen Nutzen. Abgesehen von der Risikoabwägung ist der maximale Gewinn in möglichst kurzer Zeit gefragt. Es geht also um alles andere als um nachhaltiges Wirtschaften oder die normalen Renditen der Realwirtschaft, sondern um größere Kursveränderungen. Interessant mag es da sein, bei steigendem Preis einzusteigen und das Angebot weiter zu verknappen, den Preisanstieg vor dem Verkauf noch zu beschleunigen und zu erhöhen. Und zuletzt mit geeigneten Optionen auch noch am Kursabschwung zu profitieren.
Geld für den Binnenmarkt
Auf jeden Fall aber dürfte das viele Geld nicht dort ankommen wo es benötigt wird, beim Konsumenten, im Binnenmarkt, für Investitionen. Die Signalwirkung der beschlossenen Konjunkturpakete und Mittelstandsförderung reicht offenbar noch nicht. Und die gemäßigten Zinsen hätten wir bereits in den letzten Jahrzehnten gebraucht, als immer wieder deflationäre Tendenzen zu erkennen waren. Solange Geldgeschäfte wie Kettenbriefe in einem schlecht geführten Casino ablaufen können, scheint mir eine Regeländerung nötig, die dazu führt, dass wir im Binnenmarkt Kapital zu vernünftigen, relativ niedrigen Zinsen erhalten können.